Anbetungshaltung
Dienstag, April 28th, 2009Am letzten Sonntag habe ich einen leicht charismatisch angehauchten, modernen Gottesdienst besucht. Bei lauter, gut gemachter Anbetungsmusik gingen auch sogleich ein paar Arme in die Höhe. Die Besucher standen fast ausnahmslos auf und wir haben gemeinsam Lobpreis-Lieder gesungen.
Als stockkonservativem Lutheraner waren mir solche Lobpreismusik früher sehr suspekt. Nachvollziehen kann ich sie bis heute nicht wirklich. Ich brauche solche gefühlsduseligen Gottesdienste eigentlich nicht. Ich finde dort zumindest nicht in eine wirkliche Anbetungs-Haltung, so als wenn ich im stillen Kämmerlein zum Vater im Himmel beten würde.
Heute - zwei Tage später - gab es eine interessante Tageslosung. Sie steht im 2. Mose 4, 31: Als sie hörten, dass der HERR sich der Israeliten angenommen und ihr Elend gesehen habe, neigten Sie sich und beteten an.
Vorausgegangen war, dass Aaron dem Volk Israel alle Worte sagte, die der HERR mit Mose geredet hatte und Mose die Zeichen vor dem Volk tat, die Gott ihm aufgetragen hatte. Mose hatte von dem HERRN den Auftrag erhalten, dass Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien.
In der Tageslosung heißt es, die Israeliten neigten sich und beteten an. Das ist die rechte Gebetshaltung die wir einnehmen dürfen um Gott zu ehren. Von Daniel heißt es, dass er dreimal am Tag auf seine Knie fiel und betete, lobte und dankte seinem Gott (Daniel 6, 11). Auch hier ist die Gebetshaltung nicht selbstbewußt erhoben, sondern gebeugt vor dem Herrn aller Herren.
Nun könnte man sagen, dass es ja hier um alttestamentliche Texte handelt. Wie sieht es denn im neuen Testament aus? In Philipper 2, 6-11 lesen wir, dass sich Jesus selbst erniedrigte und Knechtsgestalt annahm und er gehorsam war bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch erhöht und ihm einen Namen gegeben der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus de Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.
Auch im Neuen Testament demütigen sich Menschen in ihrer Gebetshaltung und beugen Ihre Knie, d. h. sie knien nieder.
Es ist schade, dass heute diese Haltung scheinbar verloren gegangen ist. Man beugt sich nicht gern und möchte sich niemanden unterwerfen.
