Archive for the ‘Bibellesen’ Category

Gibt es die Hölle wirklich?

Mittwoch, März 7th, 2012

Hölle light - Gibt\'s die Hölle wirklich?Grade ist das Buch “Hölle light” erschienen. Es möchte die Frage beantworten, was die Bibel wirklich über die Hölle sagt? Hab das Buch erst ein wenig angelesen und überflogen. Ist aber wirklich genial geschrieben.

Einen Gedanken möchte ich hier gleich festhalten. Das neue Testament dreht sich ja um Jesus Christus. Er ist in einer jüdischen Umwelt aufgewachsen, in der die gläubigen Juden fest an die Hölle geglaubt haben. Sie wußten, dass man ewig verloren gehen kann. Und Jesus kannte diese Haltung der Juden.

Hat Jesus dem Glauben der Juden an die Hölle widersprochen? Oder hat er das Thema ewige Verdammnis ignoriert?

Nein, ganz im Gegenteil. Er hat weder über das Thema “Hölle” geschwiegen, noch eine andere Auffassung vertreten. Die “Hölle” ist leider bittere Realität und es ist wenig hilfreich das Thema einfach nur zu ignorieren.

Also bleibt es spannend, was die Bibel zur Hölle wirklich zu sagen hat.

Mehr gibt es, wenn ich das Buch nicht nur angelesen, sondern auch ausgelesen habe.

Übrigens hatte ich schon immer eine ähnliche Argumentationskette für “religiöse Vegetarier” verwendet. Jesus hat definitiv nicht vegetarisch gelebt. Beispiele: Passalamm beim letzten Abendmahl, Fischgericht mit den Jüngern nach der Auferstehung, Speisung der fünftausend Zuhörer mit Brot und Fischen, etc. Also ist “religiöser Verzicht auf Fleisch” für das Christentum vollkommen haltlos und “unbiblisch”.

Ist Jesus wirklich auferstanden?

Dienstag, Mai 12th, 2009

Nach einem schwierigen Joel ist in der fortlaufenden Bibellese jetzt die Apostelgeschichte dran. Das erste Kapitel ist heute abgeschlossen.

Im ersten Kapitel der Apostelgeschichte gibt es wieder eine Reihe Indizien zur Frage: Ist Jesus wirklich auferstanden? Niemand von uns kann sich in eine Zeitmaschine setzen und in diese Zeit zurückspringen, aber wir dürfen uns auf die Zeugnisse der Bibel verlassen.

Irgendwo hatte ich es auch schon einmal geschrieben: Die Jünger waren nach dem Tod Jesu bedrängt und versteckten sich aus lauter Angst davor selbst verfolgt zu werden. Das war nicht die Zeit um irgendwelche wirren Dinge von einer erfundenen Auferstehung zu erzählen, um sich am Ende dafür gefangennehmen und vielleicht sogar hinrichten zu lassen. Sie konnten nichts gewinnen, sondern nur verlieren, wenn sie sich nur eine Geschichte ausgedacht hätten. Erst die Begegnung mit dem wahrhaftig auferstandenen Jesus Christus hat sie ermutigt dies trotz aller Gefahren zu bezeugen. Dazu waren die Jünger auch keine hochgebildeten Theologen die sich so eine Geschichte hätten ausdenken können.

Lukas, der Autor der Apostelgeschichte und auch Autor des Lukas-Evangeliums hatte das Evangelium und die Apostelgeschichte für Theophilus aufgeschrieben, um ihm all die Erlebnisse mit Jesus weiterzugeben.

In Apostelgeschichte 1, Vers 3 schreibt er: Ihnen (den Aposteln) zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes”. Jesus hat sich also vierzig Tage Zeit genommen, um die Apostel für Ihre Aufgabe vorzubereiten. Eine wunderbare Aussage. Gott läßt uns nicht im Stich, sondern rüstet uns aus.

Und in Apostelgeschichte 1, Vers 21 schreibt Lukas, welche Gedanken die Apostel bei der Wahl eines Nachfolgers für den Verräter Judas bewegt haben. Dieser neue zwölfte Apostel musste Jesus die ganze Zeit erlebt haben. Niemand der nur wiedergibt, was er selbst gehört hatte, sondern jemand der Jesus selbst erlebt hat. Von der Taufe des Johannes bis zu dem Tag an dem er von uns genommen wurde (Himmelfahrt).

Und dann steht da er muss “mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden”. Ein Zeuge ist jemand der (laut Wikipedia-Definition) “hinsichtlich eines aufzuklärenden Sachverhaltes durch eigene Wahrnehmung Angaben zur Sache machen kann (Zeugnis ablegen)”. Wie die elf Apostel, musste der zwölfte Apostel den auferstandenen Jesus Christus selbst erlebt haben. Wie könnte auch sonst jemand so etwas unglaubliches bezeugen, wenn er es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.

So gibt die Apostelgeschichte auch mit diesen Details ein treues Zeugnis von der Auferstehung unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.

Freundlichkeit anziehen

Mittwoch, April 29th, 2009

Heute war in der Bibellese Kolosser 3, 12-17 dran.  Den Text habe ich extra noch in meinem Losungsbuch dick angemarkert.

Es heißt dort: “So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;” (Kolosser 3, 12)

Ich vermute die wenigsten die diesen Text jetzt vor ihrem Computer lesen sitzen nackt davor. Nein, wir tragen (hoffentlich) alle Kleidung und suchen uns unsere Kleidung sogar sehr sorgfältig aus. Je nach Anlaß geben wir uns unterschiedlich Mühe einen guten Eindruck zu hinterlassen. Bei mir persönlich scheint zwar ein Gen zu fehlen und meine Mühe ist nicht besonders groß, aber im allgemeinen versucht man durch Kleidung gut aufzufallen.

In dem Text fiel mir sofort die Auffordung des Apostel Paulus ins Auge. “So zieht nun …. herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut,  Geduld (an)”. Aha, hier steht nicht, dass man als Christ, also als Auserwählter Gottes automatisch den Heiligenschein angeknipst bekommt. Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld muss man sich “anziehen”. Sie wird auch nicht von Gott ungefragt übergestülpt. Nein, wir sind selbst aufgefordert dies zu tun.

Genauso wie wir uns die Kleidung am morgen aussuchen und anziehen, dürfen wir auch diese Eigenschaften ganz bewußt annehmen und anziehen. Zum Glück steht noch das Adjektiv herzliches Erbarmen davor. Es geht also nicht um falsche Frömmigkeit die wir als Maske aufsetzen sollen, um den Mitmenschen scheinheilig etwas vorzuspielen. Nein, unser Erbarmen, unsere Freundlichkeit, unsere Demut, unsere Sanftmut und unsere Geduld soll von Herzen kommen.

All diejenigen - dazu zähle ich mich auch - die denken, warum hat mir Gott eigentlich nicht solch eine Geduld oder solch eine Sanftmut geschenkt, dürfen erkennen, diese Kleidungsstücke bekommen wir nicht einfach so, sondern wir müssen sie selbst aktiv auswählen und anziehen.

Und dann folgt noch Kolosser 3, 13: “und ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!”.

Toll finde ich, dass hier gar nicht die Schuldfrage gestellt wird. Der eine klagt vielleicht über den anderen zu Recht und trotzdem sagt der Apostel ertragt euch und vergebt euch. Wir brauchen also gar nicht erst herausfinden, ob der andere oder wir selbst falsch handeln, wir sind unserer Schwester und unserem Bruder schuldig ihnen grundlos zu vergeben, so wie es unser Herr Jesus Christus auch getan hat. Wie heißt es dazu so schön im Römerbrief Kapitel 5, Vers 8: “Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.” So ist Gott. Er hat bereits sein herzliches Erbarmen, seine Freundlichkeit, seine Demut und Sanftmut und Geduld angezogen.

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündiger Mensch bekenne dir alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen in Gedanken, Worten und Werken, womit ich dich erzürnt und deine Strafe zeitlich und ewiglich verdient habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr, und ich bitte dich um deiner grundlosen Barmherzigkeit und um des unschuldigen, bitteren Leidens und Sterbens deines lieben Sohnes Jesus Christus willen, du wollest mir armem sündhaftem Menschen gnädig und barmherzig sein, mir alle meine Sünden vergeben und zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen.

Bibel lesen einfach gemacht

Donnerstag, April 16th, 2009

Wie kann man am besten die Bibel lesen? Eine gute Frage und vermutlich gibt es keine allgemeingültige Antwort. Ich habe verschiedene Versuche unternommen.

Methode 1) Vorn anfangen, hinten ankommen?

Mich würde interessieren wer das so geschafft hat. Das funktioniert nur mit sehr viel Disziplin. Vorteil: Man kann seinem eigenen Leserythmus folgen. Ich bin hoch motiviert gestartet und dann irgendwo bei Josua war die Luft raus.

Methode 2) Bibelleseplan “Tiefenschärfe”

Während einer Zelt-Evangelisation erwähnte der Evangelist Hartmut Jaeger (vom CV Dillenburg), dass er die Bibel jedes Jahr einmal durchliest. Das fand ich erst einmal unglaublich. Ich hatte früher schon einmal eine Jahresbibel gesehen, aber in der Buchempfehlung stellte Hartmut Jaeger den Bibelleseplan “Tiefenschärfe” von Karl-Heinz Vanheiden vor. Das Besondere: die Schriftstellen sind chronologisch sortiert, d. h. man liest in der Reihenfolge der Geschehnisse und nicht in der Reihenfolge der Bücher der Bibel.

So bin ich am 11. Juni 2007 mit dem Jesaja-Buch gestartet und habe dann fast anderthalb Jahre durchgehalten und die Bibel so einmal durchquert.

Bei dieser Leseform muss man jeden Tag 20-30 Minuten Zeit einplanen. Wer in die Tiefe gehen will und noch einen Bibelkommentar, ein Bibellexikon oder Wikipedia zu Rate ziehen möchte liegt schnell bei einer knappen Stunde.

Der Vorteil: Man lernte wirklich die Bibel vollständig kennen. Nichts wird übersprungen. Es empfiehlt sich nicht alleine zu lesen, sondern ein paar Mitstreiter zur gegenseitigen Motivation zu suchen. Der Nachteil: Bis zum Herbst geht es ausschliesslich durch das alte Testament. Und dann von Oktober bis Dezember im Spurt durch das Neue Testament. Anders ist es auch nicht möglich. Ich bin in der Alte-Testament-Phase allerdings fast “geistlich verhungert”. Und im Neuen Testament geht es auch recht zügig vorwärts, so dass man dort kaum in die Tiefe gehen kann.

Als ich mich nach einem Jahr dann wieder durch die Propheten gequält habe, bin ich dann irgendwann ausgestiegen. Danach hab ich erst einmal eine Zeit ganz ohne Bibelstudium gelebt habe. Das führte allerdings zu schlechten Nebenwirkungen. Ein Christ braucht einfach die Korrektur der Bibel. Man muss Gott Angriffspunkte geben. Und um mit den Jüngern zu sprechen: “Wohin sollen wir gehen, du hast Worte des ewigen Lebens.”

Methode 3) Der goldene Mittelweg

Zur Zeit habe ich die fortlaufende Bibellese (”Zweite Lese”) aus dem Losungsbuch wiederentdeckt. Sie wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB) herausgegeben. Ich habe zwar sonst nicht viel für die Ökumene übrig, aber der Leseplan ist wirklich sehr gelungen. Er führt in vier Jahren vollständig durch das Neue Testament und in sieben Jahren durch die wichtigsten Bücher des Alten Testamentes. Der Umfang ist mit 5-15 Minuten deutlich geringer und sehr viel neu-testamentlicher. So kann man sehr viel mehr in die Tiefe gehen und ohne Zeitdruck mal einen Bibelkommentar für interessante Stellen zu Rate ziehen. Dramaturgisch genial hat sich die Bibellese an das Kirchenjahr angepaßt. In diesem Jahr endete das Lukasevangelium mit der Kreuzigung auch am Karfreitag. Dazu ließt man diesen Plan automatisch gemeinsam mit vielen Tausend Christen. So trifft man überall Menschen die sich gerade mit den selben Bibelstellen auseinandersetzen.

Nachteil ist ganz klar, dass im Alten Testament Teile übersprungen werden. Gerade sehr schwer zu verstehende Texte bekommt man überhaupt nicht zu Gesicht. Das war für mich während der Tiefenschärfe-Bibellese zunächst ein ganz schöner Schock. Texte die ich seit Jahrzehnten als Christ noch nie zu sehen bekam, konnte ich hier das Erste mal lesen. Die “Zweite Lese” aus den Losungen ist nicht chronologisch geordnet. Wegen der langen Lesezeit für einen “Durchgang” bekommt man keinen so guten Blick für das Ganze.

Zusammenfassend:

Es liegt sehr stark an der zur Verfügung stehenden Zeit wie man seine Lese strukturieren sollte. Abwechslung ist sicher auch ein guter Faktor. Nicht überfordern und nicht alleine lesen sind meine Tips. Ich habe fast immer laut gelesen. Beim laut Lesen schweift man nicht zu schnell mit den Gedanken ab und lernt das stolperfreie Rezitieren der Bibel.

Falls mir noch etwas einfällt, werde ich es hier noch einarbeiten.
Wer Ideen und Vorschläge hat, kann sie gerne posten.

Kreuzigung von Jesus Christus kein Justiz-Irrtum!

Freitag, April 10th, 2009

In diesem Jahr führte die fortlaufende Bibellese in der Osterzeit durch das Lukas-Evangelium.

Dabei ist mir dieses mal besonders aufgefallen, dass alle die an der Verurteilung Jesu beteiligt waren genau wissen, um wen es sich handelt. Hier sind nicht irgendwelche Nobody’s am Werk, sondern die Spitzenämter persönlich. Sowohl der Hohepriester als geistlicher Leiter, als auch Pilatus als politisch Verantwortlicher. Aber sogar die Knechte der Hohenpriester und die römischen Soldaten die daran beteiligt sind, sind im Bilde. Sie schlagen Jesus ins verhüllte Angesicht und verspotten ihn, dass er ihnen weissage, wer ihn geschlagen hat. Sie wissen von seinen Wundertaten, dass viele ihn einen Propheten und den lange erwarteten Messias nennen.

Und selbst unter dem Kreuz rufen die Oberen des Volkes und die Soldaten noch zu ihm: Bist du der Juden König, so hilf dir selber!

Kürzlich stand die Londoner Polizei am Pranger. Auf unerklärliche Weise kam ein Passant während des G20 Gipfels ums Leben. Ein Amateur-Video zeigte einen Polizisten, der den Passanten zu Boden schubste und Augenzeugen berichteten von Schlägen der Polizei auf den wehrlosen Mann.

Ein erschütternder Einzelfall. Ein Fehlverhalten der Polizisten vor Ort.

Was bei Jesus passierte ging darüber weit hinaus. Vergleichbar wäre es, wenn der Erzbischof von Canterbury und der Britische Premier-Minister die Hinrichtung herbeigeführt bzw. erlaubt hätte und dann die Polizisten dieses Verbrechen vor laufenden Kameras in stundenlangen Quälereien ausgeübt hätten.

Natürlich sind solche Vergleiche nicht wirklich geeignet, dass zu verstehen, was am Kreuz passiert ist.

Unfassbar ist, dass Jesus für die Soldaten betet: “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.”

Zuletzt steht der Satz “Es ist vollbracht”. Die letzten Worte Jesu am Kreuz sprechen von der Erfüllung der Schrift. Was für die Feinde aussah wie eine Niederlage, ist am Ende der Sieg.